Lentea...

...ist ein junges Sozialunternehmen im Aufbau, welches kleinstrukturierte pflegerische Versorgung für Menschen mit Demenz im ländlichen Raum, auf sogenannten Pflegehöfen, schafft. In Alltagsaktivitäten am Hof eingebunden, erleben die Klient*innen einen aktiven und selbstbestimmten Alltag. Wir leben das Konzept Green Care. Interaktion mit der Natur und Tieren werden möglich. Durch Aktivitäten im Freien erleben Klient*innen die Natur mit allen Sinnen.

Der Name "Lentea" entstand dadurch, dass wir als Team viel Inspiration von Pflegehöfen aus den Niederlanden gewannen.
"Lente" bedeutet auf Niederländisch Frühling. Im Frühling blühen nicht nur Pflanzen auf, sondern auch Menschen. 

Lentea steht für Gemeinschaft, Naturverbundenheit, Lebendigkeit und Zuversicht.


Menschen mit Demenz...

➜ werden individuell in einer kleinen Struktur betreut

➜ sind eingebunden in die Tätigkeiten auf dem Hof z.B. beim Garteln, Kochen, Versorgen    der Tiere,…

➜ können vorhandene Fähigkeiten einsetzen

➜ finden ein Angebot im ländlichen Raum vor

➜ erleben Interaktion mit der Natur

Über Greencare

Green Care steht für Interaktionen zwischen Mensch, Tier und Natur, welche die positive Wirkung der Natur auf den Menschen zur Gesundheitsförderung nutzen (1).

Aus den Niederlanden, wo Green Care Pflegebauernhöfe bereits etabliert und erforscht sind, gibt es zahlreiche Studien, welche einen positiven Mehrwert auf Menschen mit Demenz belegen. Im Vergleich zu herkömmlichen Pflegeeinrichtungen beispielsweise das Erleben eines aktiven Alltags, mehr soziale Interaktionen, gesteigerter Appetit, besserer Schlaf und eine höhere Lebensqualität (2).

Handlungsbedarf

Der demografische Wandel führt zu einer steigenden Zahl älterer Menschen, insbesondere in ländlichen Regionen. In unserer Herkunftsregion im südlichen Niederösterreich sind bereits über 25 % der Bevölkerung über 60 Jahre alt (3) und viele ältere Menschen leben allein (4), was das Risiko von sozialer Isolation und Einsamkeit erhöht (5).

Gleichzeitig wird erwartet, dass sich die Zahl der Menschen mit Demenz in Österreich bis 2050 verdoppelt – ein wachsender Betreuungs- und Pflegebedarf ist die Folge. Laut dem Österreichischen Demenzbericht (2025) leben in Österreich aktuell ca. 170.000 Menschen mit einer Form der Demenz. Es ist von einer drei bis vier mal so hohen Dunkelziffer auszugehen. Nicht zu unterschätzen ist ebenso die Zahl an Jungbetroffenen (unter 65 Jahren). Diese beläuft sich aktuell auf ca. 9.000 Menschen in Österreich (6).

80% der Menschen mit Demenz werden in Österreich überwiegend von Angehörigen alleine betreut und versorgt (7).
Die Hauptbezugspersonen von Menschen mit Demenz fühlen sich oft stark belastet. Ihr subjektiver Gesundheitszustand wird schlechter eingestuft und sie stehen dem Arbeitsmarkt oft nur reduziert zur Verfügung. Pflegende Angehörige wünschen sich demnach eine bessere Unterstützung bei der Bewältigung des Pflegealltags und die Möglichkeit sich eine Auszeit von der Pflege nehmen zu können (8).

Menschen aus ländlichen Regionen wünschen sich den Verbleib in ihrer gewohnten ländlichen Umgebung. Viele davon sind auf Bauernhöfen oder zumindest in naturnaher Umgebung aufgewachsen – mit eigenem Balkon, Garten oder Haustieren (9).

Im Österreichischen Demenzbericht wird darauf plädiert, wohnortnahe Unterstützungsangebote speziell im ländlichen Raum zu schaffen und den Ausbau von Tagesbetreuungsangeboten zu forcieren, um pflegende Angehörige zu entlasten. Ebenso wird die Notwendigkeit der Schaffung von Angeboten speziell für Jungebetroffene aufgezeigt. Zukünftig müssen Angebote geschaffen werden, welche die Lebensqualität von Menschen mit Demenz fördern und ihnen anstelle von “Aufbewahrung” einen sinnerfüllten Alltag ermöglichen (6).

Mehrwert

Durch die kleinstrukturierte Versorgungsstruktur wird insbesondere für Menschen mit Demenz eine hohe Pflege- und Versorgungsqualität geleistet. Speziell Menschen mit Demenz, bedürfen einer individuellen Versorgung, persönlicher Ansprache, der Möglichkeit vorhandene Ressourcen einzusetzen und an einer Gemeinschaft teilzuhaben. Lentea integriert Klient*innen bei alltäglichen Aktivitäten auf dem Hof (bspw. beim Versorgen der Tiere, gemeinsamen Kochen oder der Gartenarbeit) wodurch vorhandene Fähigkeiten aktiviert, eingesetzt und erhalten werden. Durch das kleinstrukturierte Angebot kann auf individuelle Wünsche und Bedürfnisse der Klient*innen eingegangen werden und bei den Pflege- und Betreuungspersonen gibt es Kontinuität. Diese ist gerade für Menschen mit Demenz von großer Bedeutung und schafft Sicherheit.

Angehörige können sich durch das Angebot der Tagesbetreuung in gewonnenen freien Zeiten ihrer eigenen Gesundheit und ihrem eigenen Leben widmen. Dies wirkt sich wiederum positiv auf die Lebensqualität und das soziale und psychische Wohlbefinden von Angehörigen von Menschen mit Demenz aus. 

Die Profession der Pflege findet bei Lentea eine bisher einzigartige Versorgungsform. Im Gegensatz zu großen Institutionen mit hierarchischen Strukturen, können sich Mitarbeitende bei Lentea aktiv einbringen, mitgestalten und sich weiterentwickeln. Eine hohe Arbeitszufriedenheit und der Verbleib im Pflegeberuf sind anzunehmen. Dies kann sich in weiterer Folge positiv auf das Berufsbild sowie das Image der Pflege auswirken. Pflegepersonen erleben Freude an dem, was sie tun und können die Pflege personzentriert und individuell ausüben. 

Angebote von Lentea tragen durch Vermittlungs- und Aufklärungsarbeit dazu bei, das Thema Altern und Demenz zu entstigmatisieren. Gemeinsam entwickeln und gestalten wir Möglichkeiten, welche die Lebensqualität von Menschen mit Demenz verbessern können.

Durch Angebote von Lentea wird insbesondere in ländlichen Regionen ein einzigartiges, gemeinschaftliches Pflege- und Betreuungsangebot geschaffen. 

Literatur

1 Green Care (2025). Was ist Green Care? Abgerufen von https://www.greencare.at/green-care/ am 06. April 2025

2 De Boer, B., Hamers, J., Zwakhalen, S., Tan, F., & Verbeek, H. (2017). Quality of care and quality of life of people with dementia living at green care farms: a cross-sectional study. BMC Geriatrics, 17, 1-10. https://doi.org/10.1186/s12877-017-0550-0

De Boer, B., Hamers, J., Zwakhalen, S., Tan, F., Beerens, H., & Verbeek, H. (2017a). Green Care Farms as Innovative Nursing Homes, Promoting Activities and Social Interaction for People With Dementia. The Journal of Post-Acute and Long-Term Care Medicine, 18(1), 40-46. https://doi.org/10.1016/j.jamda.2016.10.013

De Bruin, S., Oosting, S., Kuin, Y., Hoefnagels, E., Blauw, Y., De Groot, L., & Schols, J. (2009). Green Care Farms Promote Activity Among Elderly People With Dementia. Journal of Housing for the Elderly, 23(4), 368-389. https://doi.org/10.1080/02763890903327275

De Bruin, S., Stoop, A., Molema, C., Vaandrager, L., Hop, P., & Baan, C. (2015). Green Care Farms: An Innovative Type of Adult Day Service to Stimulate Social Participation of People With Dementia. Gerontology & Geriatric Medicine, 1, 1-10. https://doi.org/10.1177/2333721415607833

Evans, S., Barrett, J., Mapes, N., Hennell, J., Atkinson, T., Bray, J., ... Russell, C. (2019). Connections with nature for people living with dementia. Working with older people, 23(3), 142-151. https://doi.org/10.1108/WWOP-01-2019-0003

Gagliardi, C., & Piccinini, F. (2019). The use of nature -based activities for the well-being of older people: An integrative literature review. Archives of Gerontology and Geriatrics, 83, 315-327. https://doi.org/10.1016/j.archger.2019.05.012

Rosteius, K., de Boer, B., Staudacher, S., Schols, J., & Verbeek, H. (2022). How the interrelated physical, social and organizational environment impacts daily life of residents with dementia on a Green Care Farm. Frontiers in Public Health, 10, (1-15). https://doi.org/10.3389/fpubh.2022.946962

3 Statistik Austria (2026). Ein Blick auf die Gemeinde. Abgerufen von https://statistik.at./atlas/blick/ am 18. August 2026

4 Statistik Austria (2019). Lebensformen. Abgerufen am 10. Mai 2022 von https://pic.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/bevoelkerung/haushalte_familien_lebensformen/125595.html

5 Pantel, J. (2021). Gesundheitliche Risiken von Einsamkeit und sozialer Isolation im Alter. Geriatrie-Report, 16(1), 6-8.

6 Gesundheit Österreich (GÖG) (Hg.) (2025): Österreichischer Demenzbericht 2025. Gesundheit Österreich. Wien

7 Defrancesco, M., Bancher, C., Dal-Bainco, P., Hinterhuber, H., Schmidt, R., Struhal, W., Ransmayr, G., Stögmann, E. & Marksteiner, J. (2020). Positionspapier der Österreichischen Alzheimer Gesellschaft (ÖAG). Auswirkungen der COVID-19-Pandemie in Österreich auf Menschen mit Demenz und deren Betreuungsumfeld – Problemfelder, Empfehlungen und Strategien. Neuropsychiatrie (35), 35 -47. https://doi.org/10.1007/s40211-020-00363-9

8 Nagl-Cupal, M., Kolland, F., Zartler, U., Mayer, H., Bittner, M., Koller, M., Parisot, V., Stöhr, D. & Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (Hg.) (2018). Angehörigenpflege in Österreich. Einsicht in die Situation pflegender Angehöriger und in die Entwicklung informeller Pflegenetzwerke. Universität Wien.

9 Auer, E. (2023). Green Care. Leben und Wohnen auf dem Green Care Hof aus Sicht der Bewohner*innen. Masterarbeit IMC Fachhochschule Krems